Anwendungsgebiete der Hörtherapie

Infolge der Erstuntersuchung und dem psychologischen Hörtest kann eine Hörtherapie empfehlenswert sein:

A - bei Kindern mit

  • Entwicklungsverzögerungen im motorischen, sprachlichen oder psychischen Bereich, gerade auch bei Frühgeborenen
  • nach Schwangerschafts­ und Geburtskomplikationen
  • Schulschwierigkeiten, insbesondere Lese - Rechtschreibschwäche, Konzentrationsstörungen
  • auditiven Wahrnehmungsstörungen
  • zentraler Fehlhörigkeit
  • Hyperkinetischem Syndrom (HKS)
  • Hyperaktivität
  • Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)
  • Verhaltensauffälligkeiten wie emotionale Hemmung, Ängstlichkeit, Aggressivität bis hin zu autistischen Verhaltensweisen
  • organischen Behinderungen, insbesondere Down-Syndrom

B - bei Erwachsenen

  • mit Befindungsstörungen: reaktive, neurotische und »endogene« Depression
  • psychische Erschöpfungszustände (Burn out-Syndrom)
  • Angstzustände mit psychosomatischen Problemen: u.a. Schlafstörungen, Verspannungen der Wirbelsäulenmuskulatur
  • als Ergänzung bzw. Erweiterung einer tiefenpsychologischen Therapie (Stichwort »Mutterkomplex«)
  • als Selbsterfahrung
  • mit Tinnitus (selten eine Heilung aber häufig eine deutliche Symptomverbesserung)
  • als Rehabilitation nach Hörsturz und nach Schlaganfall
  • zur Geburtsvorbereitung (es wird eine Verkürzung der Geburtsdauer erreicht)
  • zur Verbesserung von Stimme und Gesang
  • zum Erlernen von Fremdsprachen
  • zur Anregung der Kreativität

Das Ohr als Tor zur Welt

Der Mensch hört bereits drei Monate vor seiner Geburt. Schon zu dieser Zeit ist das Ohr voll ausgebildet und der Hörnerv funktionsfähig. Besonders wichtig für das Kind im Mutterleib ist, neben dem Herzschlag und Atemrhythmus, die Stimme der Mutter. Der Fetus nimmt genau ihre Melodie, ihren Rhythmus, ihre Stimmung wahr und reagiert darauf. Zum ersten Mal entscheidet sich: Will ich hören? Kann ich vertrauen? Oder muss ich mich schützen? Gelingt diese erste Kommunikation, so wird das Ohr bereits vor der Geburt ein Tor zur Welt.